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Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)Eine neue Therapieform der Podotrochlose |
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Dr. K. Bär, Dr. M.Weiler Schlüsselwörter:
Stoßwellentherapie – Podotrochlose – Hufrolle - Lahmheit Krankheitsbild und BehandlungsvoraussetzungenBei
klinisch (insbesondere Leitungsanästhesie) und mittels Röntgenbild
gesicherter Hufrollennekrose (Podotrochlose) kann bereits von
einer Behandlungsbedürftigkeit für Ihr Pferd ausgegangen werden. Auch in
früheren Stadien der Erkrankung läßt sich eine bedingte Indikation zur
Behandlung mit dem Verfahren der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT)
plausibel erklären.
Zeigen
bei fehlender Lahmheit die Röntgenaufnahmen des Strahlbeines zystoide
Defektzonen, muß von einem Fortschreiten des Erkrankungsbildes ausgegangen
werden. Die Brisanz dieser Knochendefekte besteht wegen der unmittelbaren
Nähe zur Gelenkfläche. Weil das Strahlbein gemeinsam mit dem Hufbein die
Gelenkfläche für das Kronbein bildet, erklärt sich die kritische Situation
der unmittelbar unter der Gelenkfläche gelegenen Knochendefekte um so
deutlicher. Unbehandelt führen diese nahezu immer zu einer Ausdehnung bis zur
Knorpeloberfläche und entsprechend zu einer völligen Zerstörung des Gelenkes. Unsere
bisherigen Behandlungserfahrungen zeigen bei derzeit etwa 200 an Hufrollennekrose
erkrankten Pferden neben der deutlichen Besserung der Lahmheit im Röntgenbild
eine eindeutige Tendenz zur Auffüllung der Knochendefekte. Bereits die Kontrollaufnahme
nach sechs Wochen läßt eine Tendenz zur Knochenneubildung erkennen. Nach
sechs Monaten sind die Zysten immer deutlich verkleinert, teilweise sogar
kaum mehr erkennbar. Weil
das Therapieverfahren der gezielten Stoßwelle als einzige Behandlungsmethode
eine kausale Vorgehensweise ermöglicht, nämlich ein Angehen der
Knochendefekte im Strahlbein, wird dem Verfahren künftig sicher immer mehr
Bedeutung zuteil werden. Beachtet
werden sollte bei der Auswahl der Behandlungsmethode unbedingt die technische
Vorgehensweise. Nur in der Hand des versierten Anwenders kann die extrakorporale
Stoßwellentherapie das Erkrankungsbild langfristig bessern oder gar heilen.
Weil der Energiefokus aller Stoßwellenquellen auf wenige Millimeter begrenzt
ist, muß das Zielgebiet der Behandlung, nämlich der distale Pol des
Strahlbeins, exakt eingestellt werden. Dies kann nur durch eine direkte
Ultraschallüberwachung während der Therapiesitzung gewährleistet werden.
Entsprechend muß das Behandlungsgerät über eine Ultraschalleinrichtung
verfügen, die eine „online-Sichtung“ des Behandlungsareales erlaubt. Eine entscheidende Rolle spielt auch die Energie, mit der behandelt wird. Wenn wirksame Energiemengen ins Zielgebiet „Strahlbein“ gebracht werden sollen, muß mit genügend hoher Energie behandelt werden. Für das zu behandelnde Pferd wäre diese Behandlung allerdings schmerzhaft. Reflexartig würde das Tier also die Extremität wegziehen oder zumindest bewegen. Weil ohne absolute Ruhigstellung der zu behandelnden vorderen Extremität aber nicht genügend Energie an den gewünschten Wirkort gebracht werden kann, muß die Behandlung sinnvoller Weise in Vollnarkose erfolgen. Eine alleinige Sedierung mit begleitender Schmerzmittelgabe genügt nicht, da Pferde auch in diesem Falle die schmerzenden Stoßwellen spüren und instinktartig das Bein zurückziehen, was eine wirksame Behandlung unmöglich macht. |
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